UV-Schutz für die Augen? Viel wichtiger, als die meisten denken.
- 23. Juni
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Jeden Morgen denke ich an meine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50+ fürs Gesicht. Und wenn wir ins Freibad gehen, landet selbstverständlich immer eine Tube Sonnencreme in der Tasche. Schließlich wissen wir alle: Zu viel UV-Strahlung schadet der Haut.
Trotzdem stelle ich in meiner Praxis immer wieder fest, dass ein wichtiger Bereich beim Sonnenschutz häufig vergessen wird: unsere Augen.
Dabei sind unsere Augen täglich UV-Strahlung ausgesetzt – und zwar nicht nur im Sommerurlaub am Strand. Auch beim Spaziergang, beim Fahrradfahren oder sogar an bewölkten Tagen trifft UV-Strahlung auf unsere Augen.
Besonders empfindlich ist dabei die Augenoberfläche. Nach intensiver Sonneneinstrahlung kann es zu einer sogenannten „Schneeblindheit“ kommen, einer schmerzhaften Verbrennung der Hornhaut. Skifahrer kennen dieses Phänomen schon lange. Doch auch am Wasser oder in den Bergen kann es auftreten, denn Schnee, Sand und Wasser reflektieren UV-Licht besonders stark. Ähnlich wie beim Sonnenbrand der Haut treten die Beschwerden oft erst zeitverzögert auf, häufig am Abend nach einem langen Tag in der Sonne.
Viel wichtiger sind jedoch die langfristigen Folgen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass UV-Strahlung das Risiko für verschiedene Augenerkrankungen erhöhen kann. Dazu gehören bestimmte Formen des Grauen Stars, Veränderungen an der Bindehaut („Flügelfell“) sowie Hautkrebs im Bereich der Augenlider. Auch mögliche Auswirkungen auf die Netzhaut werden wissenschaftlich diskutiert.
Besonders spannend finde ich dabei einen Vergleich: Niemand würde heute freiwillig stundenlang ohne Sonnenschutz in der Mittagssonne liegen. Bei den Augen machen viele aber genau das – oft ein Leben lang und ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein.
Dabei ist Vorbeugung erstaunlich einfach.
Eine gute Sonnenbrille mit UV-400-Schutz filtert nahezu die gesamte schädliche UV-Strahlung. Dabei kommt es weniger auf die Tönung der Gläser an als auf den tatsächlichen UV-Schutz. Auch dunkle Gläser ohne ausreichenden UV-Filter können problematisch sein, weil sich die Pupille erweitert und dadurch sogar mehr UV-Strahlung ins Auge gelangen kann.
Kinderaugen verdienen übrigens besondere Aufmerksamkeit. Ihre Augen sind noch deutlich durchlässiger für UV-Strahlung als die von Erwachsenen. Deshalb profitieren Kinder besonders früh von einem konsequenten Sonnenschutz.
Mein Fazit: An die Sonnencreme denke ich inzwischen jeden Morgen ganz automatisch. Die Sonnenbrille sollte genauso selbstverständlich dazugehören. Denn unsere Augen begleiten uns ein Leben lang – und ein guter UV-Schutz ist eine der einfachsten Maßnahmen, um sie langfristig gesund zu erhalten.


